Ein Gedanke, bei dem sich vielen die Haare sträuben. Und dies nur, weil wir das Lernen automatisch mit Pflicht, Kontrolle und Prüfungen verbinden. Dabei lernen die meisten Menschen – auch Erwachsene – gerade in den Ferien viel Neues und merken es oft gar nicht. Wie das funktioniert, lesen Sie im Folgenden.
Jede Besichtigung eines Museums oder eines Denkmals vermittelt neue Eindrücke, neues Wissen. Das gilt übrigens auch für viele Bücher. Wer ganz ehrlich ist, muss zugeben, dass er sein Wissen über Indianer den Büchern von Karl May verdankt und so manches, was wir in unserem Hinterkopf über fremde Länder und Kulturen haben, wurde ganz nebenbei gelernt: durch Spielfilme, durch Nachrichtensendungen, durch Zeitungsartikel, Bücher oder Ähnliches. Sogar Kreuzworträtsel bringen uns neue Begriffe nahe, manchmal machen sie so neugierig, dass wir in einem Lexikon nachschlagen, um zu erfahren, was es denn nun mit der Frau des Pharaos auf sich hat oder wer der Nobelpreisträger mit x Buchstaben ist. Warum also nicht in den Ferien lernen? Sommerferien: Neun Wochen Freizeit und Lernzeit Gerade die neunwöchigen Sommerferien bieten die Möglichkeit, sich einem Thema einmal gründlich zu widmen, nicht unterbrochen von Terminen und Verpflichtungen. Selbst Schülern, die nach einem vierzehntägigen Familienurlaub noch zwei Wochen an einer Jugendfreizeit teilnehmen, bleibt noch viel Zeit, ein Thema zu erarbeiten, das sie immer schon interessiert hat oder aber, in dem sie in der Schule hinter ihren Mitschülern herhinken. Kinder und Jugendliche sind von Natur aus neugierig. Durch die Schule und den Unterricht nach einem festen Lehrplan können sie ihre Neugier oftmals nicht befriedigen und stellen sie deshalb zurück. Dabei kann die Erarbeitung eines Themas, für das man sich interessiert, viel Spaß machen. Es stärkt außerdem das Selbstbewusstsein, in einem Bereich Experte zu sein. Und ganz nebenbei legt eine solche Erarbeitung auch den Grundstein für eine gute Allgemeinbildung. Bücher und Internetseiten sind aber nur die eine Seite des Lernens. Viele Kinder lernen besser, wenn sie etwas berühren oder sogar zusammenbauen können. Hier bieten die Ferien natürlich hervorragende Gelegenheiten. Schauen Sie vor dem Start in den Urlaub, welche Museen und Besichtigungsmöglichkeiten es im Urlaubsgebiet gibt. Fordern Sie Prospekte an und fragen Sie in Ihrem Reisebüro nach. Sie werden erstaunt sein, wie viele Sehenswürdigkeiten es gibt, die Kinder begeistern. Sei es nun die Schiffswerft oder das Felsenmeer, die Tropfsteinhöhle oder das Uhrenmuseum, die Pfahlbauten oder das Rittergut. Ein paar Minuten zur Wiederholung des Schulstoffes Neun Wochen sind eine lange Zeit. Sie können Erholung verschaffen und geben Gelegenheit abzuschalten, aber vieles, was vor den Ferien gelernt wird, geht auch verloren oder versinkt in den Tiefen des Gedächtnisses. Das muss nicht sein. Volksschullehrer finden dieses besonders problematisch, weil z.B. die Schreib- und Lesefähigkeit, wenn sie in der Zeit nicht geübt wird, teilweise wieder verloren geht. Dabei muss das gar nicht sein. Die Ferien sind so lang, dass zwei oder sogar drei Wochen, in denen Schulstoff aufgearbeitet wird, den Erholungswert nicht mindern. Am Anfang der Ferien sollte jedoch eine Zeit der Entspannung stehen. Zwar ist der Unterricht in den letzten Wochen vor den Ferien oftmals gar nicht mehr so anstrengend, aber wie Erwachsene so brauchen auch Kinder und Jugendliche Zeit, einmal unabhängig von zeitlichen Zwängen zu sein und in den Tag hineinzuleben. Lernplan für die letzte Ferienphase Zwei Wochen vor Ende der Sommerferien ist dann aber ein Zeitpunkt erreicht, an dem schon die ersten Überlegungen für das neue Schuljahr getroffen werden können. Das schließt die Ausstattung an Schreibmaterial, Heften, und schon bekannte Schulbüchern durchaus mit ein. Jetzt lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, was im letzten Schuljahr eigentlich in welchen Fächern besprochen wurde. Dafür könnten Sie z.B. ein besonderes Schulheft kaufen. Die Doppelseiten werden zunächst mit den Fächern überschrieben und dann wird zu jedem Fach notiert, an was man sich noch erinnert. Das können Fakten sein, aber auch Fehlerschwerpunkte, die noch im Gedächtnis sind. Aus dieser Aufstellung können Sie dann gemeinsam einen Lernplan erstellen, so dass an jedem Tag ein paar Übungen aus den Schulbüchern oder je nach Alter Abschreib- und Vorleseübungen gemacht werden. Wichtig bei der Erstellung eines solchen Lernplans ist, dass nur bestimmte Zeiten, z.B. die Vormittage, eingeplant werden und die Nachmittage weiterhin zur freien Verfügung bleiben. Ferienangebote vom Gerlindes Lernstudio Gerlindes Lernstudio bietet in den letzten beiden Ferienwochen Kurse an, in denen die Grundlagen der Hauptfächer und der wichtigste Lernstoff aus dem letzten Schuljahr wiederholt werden können. „Das war super“, meinte im letzten Jahr der zwölfjährige Klemens. „Wir haben nicht nur gelernt, sondern auch gespielt und Spaß gehabt.“ Seine Mutter fand das auch gut. Vor allem gefiel ihr aber, dass Klemens sich durch den Kurs wieder an das Alltagsleben gewöhnte. Heuer sind die Ferienkurse vom 24.8. – 28.8.2009 und 31.8. – 4.9.2009 jeweils von 9 bis 13 Uhr im Jugendzentrum in der Marchfelderstr. 19 2301 GroßEnzersdorf.Die Kosten für eine Woche, inklusive Jause, Getränke und Material betragen 130 Euro. Weitere Informationen über die Kurse erhalten Sie unter 0699/10518207 oder gerlinde.haslinger@aon.at
Spüren Sie mit Ihren Kindern einfach mal solchen Themen nach, für die sich einer aus der Familie oder alle Familienmitglieder besonders interessieren. Je nach Altersgruppe und Geschlecht des Kindes können das sein: Dinosaurier, Ritter, Pferde, Astronomie, Roboter, Weltraum, Geschichte, Schriftsteller, Rennfahrer, Autos, Steine, Indianer – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Gang in die Stadtbücherei oder die Buchhandlung macht schnell deutlich, dass es zu jedem Thema viele Bücher für alle Altersstufen gibt.
Mit einem Internetzugang, steht Ihnen sogar das Internet als große Bibliothek zur Verfügung. Hier gibt es kaum Themen, die nicht aufbereitet sind.. Falls Ihre Kinder noch im Grundschulalter sind, empfiehlt sich eine spezielle Kindersuchmaschinen wie z.B. www.blindekuh.de – hier wird eine Vorsortierung vorgenommen und speziellen Kinderthemen sind oft in Form eines Katalogs aufbereitet.
In die Welt hinaus...
Versuchen Sie möglichst vorher schon Informationen über die Sehenswürdigkeiten zu sammeln und gemeinsam mit den Kindern durchzugehen. Lesen Sie Bücher, die mit dem Thema zu tun haben oder achten Sie auf thematisch passende Fernseh- oder Kinofilme. Oftmals folgen bei den Führungen die Informationen so schnell hintereinander, dass nicht alles wirklich aufgenommen werden kann. Fragen Sie, ob Sie den Rundgang noch einmal mit dem Kind/den Kindern abgehen können. Manche Museen bereiten inzwischen für Familien schon spezielle Rätselfragen vor, mit denen sie durch das Museum streifen können. Teilen Sie doch die Familie in zwei Gruppen und machen einen kleinen Wettbewerb daraus

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